Verkehrsimmissionen

Trotz allgemein zurückgehender spezifischer Emissionen spielen Immissionen aus dem Verkehr lokal und insbesondere innerstädtisch noch immer eine bedeutende Rolle. In manchen Städten können an Belastungsschwerpunkten die zulässige Anzahl an Überschreitungstagen für die Feinstaubbelastung oder auch der Jahresgrenzwert für Stickstoffdioxid nicht eingehalten werden.

Die zuständigen Behörden sind rechtlich gehalten, bei festgestellten Grenzwertüberschreitungen oder für die in Zukunft zu erwartenden Überschreitungen Luftreinhaltepläne aufzustellen. Hier bieten wir unsere Unterstützung durch sorgfältige Ursachenanalysen und, darauf aufbauend, Maßnahmenplanungen an. Auf Basis der Maßnahmenplanung werden Prognoserechnungen durchgeführt mit dem Ziel, den Nachweis der positiven Wirkung zu erbringen. Bis zur endgültigen Realisierung des Luftreinhalteplans sind Erfolgskontrollen durch modelltechnische Berechnungen und Messungen erforderlich.

Auch im Rahmen der Bauleit- und Baueinzelplanung ist nach Bundesbaugesetz ein Umweltbericht zu erstellen, in dem mögliche Einflüsse der geplanten Maßnahmen u.a. auf die Immissionsbelastung zu benennen sind. Verkehrsimmissionsprognosen sind nicht nur dann in Erwägung zu ziehen, wenn auf Seiten der Emissionen Veränderungen zu erwarten sind, beispielsweise durch zunehmende Verkehrsbelastung. So können sich auch neue Gebäude ungünstig auf die Belüftungsverhältnisse und somit auf die zukünftig zu erwartende Luftschadstoffbelastung auswirken. Grundsätzlich sollte eine Prognose der zukünftigen verkehrsbedingten Immissionen immer dann in Erwägung gezogen werden, wenn innerstädtisch eine Nachverdichtung der bestehenden Bebauung geplant wird, beispielsweise beim Übergang von einseitig bebauten Straßenraum zu geschlossenen Straßenschluchten.

Je nach Aufgabenstellung und erforderlichen Detailgrad der Immissionsprognose kommen bei uns einfache Screeningverfahren (MLuS, ISIS) oder auch anspruchsvolle Strömungs- und Ausbreitungsmodelle wie das prognostische Modell MISKAM zum Einsatz. Das Standardmodell nach TA Luft AUSTAL2000 wird von uns nur in begründeten Ausnahmefällen eingesetzt, weil die Freisetzung verkehrlicher Emissionen innerhalb der Bebauung die Anwendungsgrenzen dieses Modells verletzt.